ExÜ vom 23.05.2014

G ist Geschäftsführer der S GmbH in Neumünster, einer Einmanngesellschaft des R. G und R wohnen in Kiel. Die Geschäfte der S GmbH laufen nicht gut, am 1.3.2014 ist die Gesellschaft rechnerisch überschuldet. G überlegt, Insolvenzantrag für die Ge¬sellschaft zu stellen. Nach Rücksprache mit R, der ihn auf¬fordert, den Insolvenzantrag noch etwas zu verschieben und alles Mögliche zu unternehmen, um ein Insolvenz¬ver¬fahren doch noch zu vermeiden, nimmt G am 30.3.2014 bei der B-Bank in Frankfurt einen kurz¬fri¬sti¬gen Kredit in Höhe von € 50.000,-- auf, um damit ein riskantes, aber gewinnträchtiges Geschäft zu finanzieren. Der zuständige Bank-sachbearbeiter weiß von den wirtschaftlichen Schwie¬rigkeiten der S GmbH. Er reicht den Kredit dennoch aus, weil er hofft, dadurch ein von der Bank früher ausgegebenes Darlehen an die S GmbH in Höhe von € 200.000,-- zu retten.

Das mit dem neuen Kredit finanzierte Geschäft schlägt fehl. Am 1.5.2014 sieht sich G aufgrund akuter Liquiditätsengpässe schließlich doch gezwungen, Insolvenzantrag zu stellen. Das zuständige Gericht eröffnet das Insolvenzverfahren und ernennt den Hamburger Rechtsanwalt I zum Insolvenzverwalter. Mit einer Quote für die einfachen Insolvenzgläubiger ist nicht zu rechnen. Wäre das Verfahren noch vor den letzten Geschäften des G eröffnet worden, hätten die damaligen Gläubiger eine Quote von 10 % erwarten können.

Welche Ansprüche stehen I und B möglicherweise aus der verzögerten Verfahrenseinleitung gegen G und R zu?

Vor welchem Gericht oder welchen Gerichten könnte I diese Ansprüche geltend machen?